Ölmarkt im Umbruch – Mehr Chancen für nachhaltig orientierte Anleger

Der amerikanische Ölmarkt befindet sich im Umbruch. Nach dem Frackingboom folgt Ernüchterung. Nachhaltig orientierte Anleger sehen die Ölmarktentwicklung im konventionellen Bereich wieder optimistischer.

Öl- und Gaspreiseentwicklung nützt nachaltig orientierten Anlegern

Die Kapitalinvestitionen in US-Beteiligungen an risikoreichen Schiefergas- und Schiefervorkommen betrugen 2013 nur noch 3,4 Milliarden Dollar. Im Vorjahr waren die Investitionen mehr als doppelt so hoch, 2011 betrugen sie sogar das zehnfache – meldete die Süddeutsche Zeitung am 09. Januar 2014.

Nach Analysen des amerikanische Beratungsunternehmen IHS Herold, auf das sich die Autorin des Artikels bezieht, gaben die Förderunternehmen seit 2008 insgesamt mehr Geld für Land, Ausrüstung und Förderung aus, als sie mit dem Verkauf von Schiefergas und -öl eingenommen haben.

„Fließt jedoch weniger Kapital in die nordamerikanischen Gasfelder, wird auch weniger gebohrt und produziert. Damit sinkt das Angebot – und das könnte der Ära der billigen Energie ein jähes Ende setzen.“

Das sieht auch der Physiker Werner Zittel, Vorstand der unabhängigen Ludwig-Bölkow-Stiftung, so.

„Wenn sich in der Branche nicht genügend Geld verdienen lässt, platzt die Blase und Energie wird rasch teurer … Ich wäre nicht erstaunt, wenn das noch in diesem Jahr geschehen würde. Der Traum von der billigen Energie könnte schneller ausgeträumt sein, als viele glauben“.

Die Preise am Ölmarkt und Gasmarkt in Nordamerika entwickeln sich derzeit gegenläufig. Der Ölpreis tendiert über 100 US-Dollar pro Barrel. Damit liegt er deutlich höher als im Durchschnitt des ersten Halbjahres 2013. Der Preis für Natural Gas liegt dagegen immer noch unter 4 Dollar pro mcf.

Die Gründe für den außerordentlich hohen Ölpreis sehen Experten vor allem in der politischen Instabilität in der arabischen Welt. Dazu kommen nach Meldungen von n-tv zunehmend Engpässe im Öltransport, weil die Ölvorkommen logistisch nur unzureichend erschlossen werden können.

Dagegen wird der Gaspreis in Nordamerika noch immer durch die Überkapazitäten und vollen Lager aus der sogenannten Shale-Gas-Produktion gedrückt. Dennoch stiegen die Gaspreise in den USA in den letzten beiden Jahren insgesamt um rund 150 Prozent.

Nach allgemeiner Expertenmeinung ist auch nach Abbau der Überkapazitäten ein Preisanstieg zu erwarten.

Quelle: sueddeutsche.de, 09.01.2014

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Ölfonds und getaggt als , , , , . Fügen Sie den permalink zu Ihren Favoriten hinzu.

Schreibe einen Kommentar