Flugzeugfonds 2016 – Zwischenbilanz


[qrcode_hoerandl color=“000066″ bgcolor=“EEEEEE“ size=“100″ margin=“10″ align=“right“ class=“image“ alt=“QR-Code“]In 68 geschlossene Flugzeugfonds sind zu Beginn des Jahres 2016 rund 2,9 Milliarden Euro Eigenkapital investiert. Insgesamt haben die Fonds eine gute Performance. Deshalb sind sie eine prüfenswerte Anlagealternative.

Flugzeugfonds 2016 – Bilanz und Perspektive

A380 Flugzeugfonds
Foto: Hans-Dieter Buchmann/pixelio.de

Seit 2006 investierten Kapitalanleger wieder verstärkt in Flugzeugfonds. Investitionsobjekte waren Regionalflieger, Mittelstrecken- und Langstreckenmaschinen mehrerer Hersteller. Die Investoren konnten aus ganz unterschiedlichen Anlagekonzepten wählen, die bisher mit wenigen Ausnahmen aufgegangen sind, wie eine Übersicht in der Fondszeitung 1/2016 zeigt.

In deutschen Publikumsfonds waren vor allem Flugzeuge des Typs A380 begehrt. Das Emissionshaus Dr. Peters hat sogar den ersten für den kommerziellen Betrieb ausgelieferten A380 über einen Fonds finanziert.

Wie sind die Investition bisher für die Kapitalanleger verlaufen?

  • Die meisten Flugzeugfonds liegen wirtschaftlich im Plan.
  • Planabweichungen waren zumeist aufgrund von Zins- und Wechselkursänderungen entstanden. (Bei noch nicht ausgelieferten Maschinen werden die Leasing- und Finanzierungskonditionen erst mit Übernahme, also nach der Prospektherausgabe fixiert.)
  • Verbleibende Risiken können aus Wechselkursen, insbesondere bei der Anschlussvermietung, gegebenenfalls bei der Anschlussfinanzierung und beim Verkauf der Flugzeuge folgen.

Der Anlageerfolg in der ersten Vermietungsphase hängt sehr von der Wirtschaftskraft des Leasingnehmers, also der Fluggesellschaft ab. Gesellschaften wie Emirates, Singapore Airlines oder Air France wählen diese Art der Flugzeugfinanzierung ergänzend zur Eigenkapitalfinanzierung. Es fällt auf, dass in der Investmentübersicht nur zwei deutsche Mieter auftauchen: die krisengeschüttelte Air Berlin und das Logistikunternehmen Aero Logic, ein Joint Venture der Lufthansa Cargo und der Deutschen Post.

Der Fondsinitiator DCM wurde nach einer Übernahme 2012 insolvent und Anfang 2014 von der LHI so konsolidiert, dass zunächst blockierte Auszahlungen an die Anleger weitgehend nachgeholt werden konnten.

Größere Schwierigkeiten hatten Anleger von Lloyd Fonds, Wölbern Invest, HGA Capital und Wealthcap, deren Flugzeuge an die kleine Fluglinie Hamburg International vermietet waren und die 2010 Insolvenz anmeldete. Auch Wölbern Invest selbst geriet 2013 in die Insolvenz. Noch wissen die Anleger nicht, was aus ihrem Investment letztlich wird.

Ungeachtet desses sind wirtschaftliche Probleme infolge eines Airline-Ausfalls bislang die Ausnahme in den platzierten Flugzeugfonds. Auch die Eigenkapitalfinanzierung gelang fast immer relativ schnell – beim ersten A380-Flugzeugfonds von Dr. Peters dauerte sie gar nur wenige Stunden.

Die Initiatoren der Flugzeugfonds haben meist eine Erstvermietung von 10 Jahren bei einer Fondslaufzeit von ca. 20 Jahren kalkuliert. Eine Ausnahme stellte der Fonds „Skyclass 58“ von KGAL dar. Der Fonds hat in fünf Airbus-Mittelstreckenflugzeuge vom Typ A319 investiert und diese nach nur etwa einem Jahr Haltedauer 2014 verkauft. Der Initiator meldete danach einen durchschnittlichen Verkaufspreis von 19,3 Millionen Dollar. Gegenüber dem Einkaufspreis lag der Verkaufspreis 6,6 Prozent höher pro Flugzeug. KGAL kalkulierte Gesamtauszahlungen an die Kapitalanleger in Höhe von 122 Prozent (vor Steuern) bezogen auf die Kapitaleinlage ohne Agio.

Darüber hinaus liegen bisher wenige Erfahrung über Verkaufserfolge bei Flugzeugfonds vor. Deshalb folgern die Autoren in der Fondszeitung:

„Fest steht allerdings bereits jetzt: auch wenn es in den meisten Fonds planmäßig gut läuft, die ‚Stunde der Wahrheit‘ steht den Anlegern noch bevor. Sie schlägt, wenn es um die Anschlussvermietung, die Anschlussfinanzierung und um den Verkauf eines Flugzeugs geht. Das war bis jetzt in keinem Fonds geplant der Fall. Mit besonderer Spannung werden die Folgeverträge im ersten A380-Fonds, den Dr. Peters 2008 aufgelegt hat, erwartet, denn bei diesem doppelstöckigen Großraumflugzeug gibt es bislang keinerlei Erfahrungen im Remarketing.“

Je weniger Fremdkapital der Fonds aufnehmen musste und je mehr dies in der Fondslaufzeit getilgt wird, umso höher sind die Chancen auf einen angemessenen Totalüberschuss. Das wurde insbesonde bei den jüngeren Fonds berücksichtigt, die in dieser Hinsicht mehr Sicherheit für die Anleger bieten.

Entscheidende Voraussetzung für den Erfolg der Fonds ist allerdings, dass die Leasingverträge eingehalten werden. Gerade bei renommierten Leasingnehmern wie Emirates, Singapore Airlines oder Air France klappt das problemlos.

Quelle: Fondszeitung 1/2016

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