Fehlerhafte Schätzung von Energiekosten führt zu Marktverzerrung

Die Energiekosten für die Hauptprimärenergieerzeugung werden von der Europäische Kommission fehlerhaft geschätzt. Zu diesem Ergebnis gelangten Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin, das am 17.07.13 veröffentlicht wurde.

Die Wissenschaftler des DIW haben die tatsächlichen und erwarteten Energiekosten verschiedener Energieträger untersucht und kommen zu dem Schluss, dass die Europäische Kommission die Kosten der Energieerzeugung fehlerhaft einschätzt:

Die Kosten von Solar- und Windenergie werden überschätzt

Die Europäische Kommission unterschätzt nach Auffassungen der DIW-Forscher bei ihren Planungen die Kosten für Atomkraft und Kohlenstoffdioxid-Abscheidung. Atomstrom könne aufgrund der hohen Sicherheitsrisiken, der Kosten für den Rückbau der Anlagen und der Endlagerung des Atommülls nicht wirtschaftlich angeboten werden.

Demgegenüber überschätze sie die Kosten erneuerbarer Energien. Die Produktivitätsfortschritte bei erneuerbaren Energien seien in den vergangenen Jahren bahnbrechend gewesen. Zum Teil seien beispielsweise die Kosten der Photovoltaik schon heute niedriger als für 2050 erwartet.

Bei Freiflächensolaranlagen liegen die Gestehungskosten nur noch bei neun bis zehn Cent je Kilowattstunde. An den Strombörsen wird konventionell erzeugter Strom jedoch mitunter auch zu Preisen von 4,5 Cent, ja teilweise gar zu „negativen Preisen“ angeboten.

Bei einer realistischen Bewertung der Energiekosten könnte der Umstieg auf erneuerbare Energien schneller möglich als geplant verlaufen.

Quelle: Pressemitteilung des DIW, 17.07.2013

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