“Energiewende – nur zahlen oder mit verdienen?”

Unter diesem Titel berichtet aspekt – Wirtschaftsmagazin aus und über Sachsen-Anhalt in der Mai-Ausgabe vom 8. Magdeburger Finanzgespräch am 19.04. 2012.

“Energieprobleme brennen unter den Nägeln. Fossile Rohstoffe, wie Kohle, Erdöl oder Erdgas sind nur begrenzt verfügbar. Der Energiebedarf in Deutschland soll nach Plänen der Bundesregierung bis 2050 zu 80 Prozent aus regenerativen Energiequellen gedeckt werden. Ist das realistisch und kann der Einzelne am Energiemarkt mitverdienen? Oder muss er nur zahlen? …”

Zu den traditionellen Magdeburger Finanzgesprächen werden seit 2006 Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie ausgewählte Unternehmerinnen und Unternehmer, Selbstständige, Fach- und Führungskräfte eingeladen.

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Spitzengewinne durch Sprit

An der Spitze der allgemeinen Teuerung liegen die Kosten für Benzin und Diesel an den Zapfsäulen. Die Kraftstoffpreise wurden in den vergangenen zwölf Monaten um 7,7 Prozent erhöht. Die allgemeinen Lebenshaltungskosten stiegen dagegen nur um 2,1 Prozent.

Diesel und Benzin 40 Prozent teurer

Das bestätigt nach den Beobachtungen von ADAC und Statistischem Bundesamt einen jahrelangen Trend. Seit 2005 sind Benzin und Diesel um knapp 40 Prozent teurer geworden – dreimal mehr als die
Zunahmen der allgemeinen Lebenshaltung mit 13 Prozent.

Wer von den Rekordpreisen an den Tankstellen in Deutschland profitiert, enthüllt das US-Magazin “Forbes“. Mit einer Ausnahme, dem Computerriesen Apple, handelten die ertragreichsten Unternehmen des Vorjahres mit Öl. “Forbes” hat die Geschäftsdaten der 2.000 größten Unternehmen untersucht – eine Hitliste der Ölmultis.

Rekordgewinne mit Öl und Gas

In der Gewinnrangliste nimmt der US-Konzern ExxonMobil mit einem Gewinn von gut 41 Milliarden Dollar den Spitzenplatz ein. Es folgen die russische Gazprom mit knapp 32 Milliarden Dollar, die britisch-niederländische Royal Dutch Shell mit rund 31 Milliarden Dollar, die US-amerikanische Chevron mit knapp 27 Milliarden Dollar sowie die britische BP mit immerhin noch 25,7 Milliarden Dollar Gewinn.

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Energiewende selbst gestalten – am Energiemarkt mitverdienen

“Energiewende selbst gestalten – am Energiemarkt mitverdienen”

Zu diesem Thema fand am 19. April 2012 das 8. Magdeburger Finanzgespräch statt. Die Probleme brennen uns allen unter den Nägeln. Nicht vermehrbare natürliche Rohstoffe wie Kohle, Erdöl, Erdgas werden in immer größerem Maß ausgebeutet. In unserem eigenen Interesse und im Interesse der nachfolgenden Generationen muss der Energiebedarf in Deutschland bis 2050 zu 80 Prozent aus regenerativen Energiequellen gedeckt werden.

Doch wie können wir ökonomisch und ökologisch die Energiewende selbst gestalten und am Energiemarkt mitverdienen? Müssen wir für Energie immer nur mehr Geld von unserem Einkommen und unseren Ersparnissen abknapsen?

Mehr: www.bwa-deutschland.de

Siehe auch:

Handelsblatt, 13.05.2012 Erneuerbare Energien schonen den Geldbeutel

NDR-Fernsehen, 08.05.2012: Energiewende: Größenwahn statt Megaplan

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Strompreise klettern weiter

Vor allem auf die privaten Haushalte in Deutschland rollt eine neue Teuerungswelle der Stromkosten zu. Mehrere Millionen Eon-Kunden müssen von Juni an tiefer in die Tasche greifen. Durchschnittlich kostet der Strom fünf Prozent mehr.

Strompreise mit höchster Teuerungsrate

Für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.000 Kilowattstunden steigen die Stromkosten für die Grundversorgung um 3,70 Euro monatlich zusätzlich. Außer Eon wollen nach Angaben des Verbraucherportals Check24 zwei Dutzend weitere Stromgesellschaften im Mai oder Juni ihre Tarife um 3,5 bis vier Prozent erhöhen. Rund 50 Prozent der Stromanbieter haben bereits seit Jahresbeginn die Preise erhöht.

Davon verschont geblieben sind bislang 3,2 Millionen direkte Kunden von RWE. Deutschlands größter Erzeuger hat daneben noch 3,7 Millionen Kunden über Beteiligungen, denen jetzt teilweise Mehrkosten drohen.

Die steigenden Strompreisen veranlassen immer mehr Bürger, über einen Anbieterwechsel nachzudenken. Einer Umfrage des Dienstleisters Accenture in 19 Ländern erwägen dies 35 Prozent der deutschen Verbraucher ernsthaft. In Westeuropa und den USA liegt der Durchschnittswert bei nur 25 Prozent.

Immer deutlicher spüren die Verbraucher die Notwendigkeit, die Energiewende selbst zu gestalten , um am Energiemarkt mitzuverdienen. (Siehe hierzu auch: 8. Magdeburger Finanzgespräch)

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Gülle zu Gold – Bauern produzieren Strom

Photovoltaik auf dem Dach, Biogasanlagen hinter der Scheune, Windrad auf dem Acker – deutsche Landwirte investieren mit Gewinn in Energieerzeugung.

Strombauern sichern Energie und ihre Existenz

Die Stromerzeugung in der Landwirtschaft liegt voll im Trend. Etwa ein Fünftel aller Photovoltaikanlagen in Deutschland, die Solarstrom produzieren, arbeiten auf Bauernhöfen. Von den rund 7.000 Biogasanlagen befinden sich sogar über 70 Prozent in der Hand der Bauern.

Die bäuerliche Energieoffensive hat vielfältige Gründe: Ackerbau
und Viehzucht werfen oftmals nicht mehr genug Gewinn ab, um den Hof rentabel zu führen. Die eigene Strom- und Wärmeerzeugung entlastet die Hofkasse. Zudem wird mit staatlichen Fördergeldern die Einspeisung von Strom aus Bioenergie ins Netz belohnt.

Biomasse trägt heute 8,2 Prozent zur Energieversorgung in Deutschland bei. Der “grüne Strom” insgesamt hat bereits einen Anteil von 12,2 Prozent am Endenergieverbrauch. Biogasanlagen bringen den Bauern mehrfache Vorteile. Mit Biogas sind sie weniger abhängig von fossilen Energieträgern und sorgen zugleich für saubere(re) Luft.

Überdies können eigene Rohstoffe genutzt werden, um die Energie zu erzeugen. In einer Biogasanlage werden Gülle und Stroh aus den Stallungen zu Biomethan veredelt. Biomethan wiederum wird im Blockheizkraftwerk zu Strom umgewandelt, um ins Netz eingespeist zu werden. Nebenbei fällt Wärme ab, mit der Haus, Hof und ganze Dörfer beheizt werden können.

Bauern füllen Teller und Tank

Mittlerweile reicht der eigene Mist für die boomende Biogasproduktion teilweise nicht mehr aus. Deshalb bauen die Betreiber der Anlagen, aber auch Zulieferer zusätzlich Pflanzen zur Energiegewinnung an.

Bei einer gut optimierten Biogasanlage stimmen Ökologie und Ökonomie. Das Bundesagrarministerium fördert beispielsweise derzeit im Wettbewerb der Bioregionen 25 Projekte mit jeweils bis zu 400.000 Euro.

Auch das Einspeisen von Strom rechnet sich. Pro Kilowattstunde bringt Strom aus Biomasse bis zu 20 Jahren lang Einnahmen zwischen acht und 25 Cent.

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