Photovoltaik auf dem Dach, Biogasanlagen hinter der Scheune, Windrad auf dem Acker – deutsche Landwirte investieren mit Gewinn in Energieerzeugung.
Strombauern sichern Energie und ihre Existenz
Die Stromerzeugung in der Landwirtschaft liegt voll im Trend. Etwa ein Fünftel aller Photovoltaikanlagen in Deutschland, die Solarstrom produzieren, arbeiten auf Bauernhöfen. Von den rund 7.000 Biogasanlagen befinden sich sogar über 70 Prozent in der Hand der Bauern.
Die bäuerliche Energieoffensive hat vielfältige Gründe: Ackerbau
und Viehzucht werfen oftmals nicht mehr genug Gewinn ab, um den Hof rentabel zu führen. Die eigene Strom- und Wärmeerzeugung entlastet die Hofkasse. Zudem wird mit staatlichen Fördergeldern die Einspeisung von Strom aus Bioenergie ins Netz belohnt.
Biomasse trägt heute 8,2 Prozent zur Energieversorgung in Deutschland bei. Der “grüne Strom” insgesamt hat bereits einen Anteil von 12,2 Prozent am Endenergieverbrauch. Biogasanlagen bringen den Bauern mehrfache Vorteile. Mit Biogas sind sie weniger abhängig von fossilen Energieträgern und sorgen zugleich für saubere(re) Luft.
Überdies können eigene Rohstoffe genutzt werden, um die Energie zu erzeugen. In einer Biogasanlage werden Gülle und Stroh aus den Stallungen zu Biomethan veredelt. Biomethan wiederum wird im Blockheizkraftwerk zu Strom umgewandelt, um ins Netz eingespeist zu werden. Nebenbei fällt Wärme ab, mit der Haus, Hof und ganze Dörfer beheizt werden können.
Bauern füllen Teller und Tank
Mittlerweile reicht der eigene Mist für die boomende Biogasproduktion teilweise nicht mehr aus. Deshalb bauen die Betreiber der Anlagen, aber auch Zulieferer zusätzlich Pflanzen zur Energiegewinnung an.
Bei einer gut optimierten Biogasanlage stimmen Ökologie und Ökonomie. Das Bundesagrarministerium fördert beispielsweise derzeit im Wettbewerb der Bioregionen 25 Projekte mit jeweils bis zu 400.000 Euro.
Auch das Einspeisen von Strom rechnet sich. Pro Kilowattstunde bringt Strom aus Biomasse bis zu 20 Jahren lang Einnahmen zwischen acht und 25 Cent.